In der Region um die russische Hauptstadt Moskau sollen bis Ende der Woche alle Wald- und Torfbrände gelöscht sein. Das sagte Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen, während die Temperaturen im Land sinkt und Regen angekündigt ist. Ein Feuer auf einer riesigen Müllkippe nahe Moskau verursachte allerdings eine neue, womöglich giftige Rauchwolke.
Schoigu machte seine Ankündigung bei einer Sitzung des Krisenstabs seines Ministeriums. Die Brände sollten bis zum Sonntag alle gelöscht sein, sagte er. Sein Stellvertreter Alexander Tschuprian sagte der Nachrichtenagentur ITAR-TASS, in der Region seien bereits 95 Prozent aller Feuer gelöscht.
Eine mehr als sechs Wochen andauernde Hitze- und Trockenheitswelle hatte in dem Land zu verheerenden Waldbränden geführt. Landesweit brennt es offiziellen Angaben zufolge noch auf einer Fläche von 11.200 Hektar, an den schlimmsten Tagen standen 200.000 Hektar Wald- und Torffläche in Flammen. Seit Juli wurde fast eine Million Hektar Land zerstört. Bei den Bränden kamen 54 Menschen ums Leben, mehr als 3500 wurden obdachlos.
In Moskau sanken die Temperaturen am Donnerstag auf 24 Grad Celsius, nachdem in der vergangenen Woche noch Spitzenwerte von fast 40 Grad gemessen worden waren. Noch in dieser Woche sollte es in der Region zudem anfangen zu regnen.
In der Nacht breitete sich hingegen ein Feuer auf einer riesigen Mülldeponie im Landkreis Schtschelkowski 35 Kilometer nordwestlich von Moskau aus. Die Flammen sind kilometerweit zu sehen, im Osten der Hauptstadt stinkt es stark nach verbranntem Plastik. Die Flammen des Brandes konnten von der Feuerwehr eingedämmt werden. Das Feuer werde jedoch noch lange brennen, bis es endgültig gelöscht sei, sagte ein Vertreter des Ministeriums für Katastrophenschutz. Die Ursache des Feuers ist unklar. Die Behörden teilten mit, es bestehe kein Gesundheitsrisiko.
Dem widersprach der Umweltschützer Wladimir Silwiak von der Organisation Eco-Defence. “Die Gefahr wird unterschätzt und die Behörden haben nicht verstanden, wie ernst dieses Feuer zu nehmen ist.” Die durch die Verbrennung von Plastikflaschen entstehenden Dämpfe seien gefährlicher als der Rauch, der durch die Torfbrände entstanden sei. Die Bewohner Moskaus hatten in den vergangenen Wochen immer wieder unter dem Rauch der Wald- und Torfbrände in der Umgebung gelitten, der zeitweise die ganze Stadt einhüllte.