Eine kommerzielle Zucht von Thunfischen ist in Europa nähergerückt: Bei einem Forschungsprojekt zum bedrohten Roten Thunfisch gelang es Wissenschaftlern, die Fische in Gefangenschaft zum Laichen zu bewegen, wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte. Die zuständige Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, Máire Geoghegan-Quinn, sprach von einem “Durchbruch”.
“Ein natürliches Ablaichen in Gefangenschaft ist ein wichtiger Schritt in der Forschung”, erklärte Geoghegan-Quinn zum Abschluss des Projekts SELFDOTT. Die sogenannten Aquakulturen, in denen bereits jetzt tonnenweise Fisch produziert wird, könnten zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Thunfisch-Bestände beitragen. Das dreijährige Forschungsprojekt wurde von der EU mit 2,98 Millionen Euro unterstützt und vom spanischen Institut für Ozeanografie (IEO) koordiniert. Auch die Universität Düsseldorf war beteiligt.
Der Rote Thun – auch Blauflossen-Thunfisch genannt – gilt als gefährdet. Er ist besonders in Japan zur Zubereitung von Sushi beliebt. Aus Sorge um die Bestände hatte die EU-Kommission die diesjährige Fangsaison im Mittelmeer und im Atlantik bereits im Juni beendet.