Die internationale Luftfahrtbranche hat Politik und Ölkonzernen vorgeworfen, zu wenig in saubere Kraftstoffe für Flugzeuge zu investieren. Die Verbreitung von Biokraftstoffen für den Luftverkehr müsse stärker gefördert werden, forderte Giovanni Bisignani, Generaldirektor des Internationalen Luftfahrtverbandes IATA auf einer Konferenz für Luftfahrt und Umweltschutz in Genf. Während die Ölindustrie Milliarden-Umsätze verzeichne, werde nichts für saubere Biokraftstoffe getan.
“Biokraftstoffe könnten die Herrschaft des Öls durchbrechen und eine nachhaltige Kraftstoffquelle für den Luftverkehr sein”, sagte Bisignani. Im Kampf gegen den Klimawandel will die IATA, die weltweit rund 230 Fluggesellschaften vertritt, nach eigenen Angaben bis zum Jahr 2050 etwa 50 Prozent weniger Emissionen verursachen, indem Flugzeuge mit Biokraftstoffen fliegen.
Die Luftfahrtindustrie ist laut Bisignani der technischen Herausforderung gewachsen, Flugzeuge mit Biokraftstoffen anzutreiben. Die große Herausforderung liege nun darin, das Angebot und die Verbreitung auf den Flughäfen zu sichern. Motorenhersteller, Fluggesellschaften und kleine Entwickler fühlten sich Bisignani zufolge in dem Bereich allein gelassen.
Biokraftstoffe stehen in der Kritik, oft auf Flächen angebaut zu werden, die eigentlich für Nahrungsmittel dienen sollten. Die IATA betonte aber, sie setze darauf, dass Biokraftstoffe künftig stärker aus unproblematischen Rohstoffen wie Algen oder Flachs gewonnen werden. Derzeit wird weltweit an der sogenannten zweiten Generation der Biokraftstoffe geforscht. Hierbei sollen Rohstoffe verwendet werden, die nicht in direkter Konkurrenz zu Lebensmitteln stehen.