UN-Artenschutzkonferenz Foto: AFP Jiji PressKurz vor dem Ende der UN-Artenschutzkonferenz in Nagoya zeichnet sich nach Einschätzung von Gastgeber Japan eine Einigung auf Ausgleichszahlungen für die Nutzung ökologischer Ressourcen ab. Der Vorschlag für eine gerechte Verteilung von Kosten und Nutzen, die aus dem Erhalt von Lebensräumen wie dem Regenwald erwachsen, sei “von den Vertretern regionaler Gruppen akzeptiert” worden, sagte der japanische Umweltminister Ryu Matsumoto am letzten Tag der UN-Artenschutzkonferenz. Die Verabschiedung dieser Einigung solle später geprüft werden.

Der EU-Umweltkommissar Janez Potocnik beschrieb das angespannte Verhandlungsklima zum Abschluss der knapp zweiwöchigen Konferenz in einer Nachricht des Online-Kurznachrichtendienstes Twitter: “Auf der Kante unserer Sitze in Nagoya. Haben wir eine Einigung?” Ein ein europäisches Delegationsmitglied sagte, in weiteren Beratungen solle nun sichergestellt werden, dass alle 193 Mitgliedsländer der UN-Artenschutzkonvention (CBD) der Einigung zustimmten.

Bei den Beratungen geht es um das sogenannte Acces and Benefits Sharing Protocol (ABS), ein Protokoll über das Teilen von Zugang zu und Gewinnen aus biologischen Ressourcen. Die Entwicklungsländer fordern eine Art “Gensteuer”, wenn Firmen aus ihren biologischen Ressourcen gewonnene Wirkstoffe, etwa in Form von Arzneien, vermarkten. Eine Verabschiedung des ABS-Protokolls gegen sogenannte Bio-Piraterie ist entscheidend für weitere Fortschritte bei den Artenschutz-Verhandlungen. Sie würde nach Angaben aus Verhandlungskreisen wahrscheinlich den Weg zu einem 20-Punkte-Plan zum Schutz von Ökosystemen freimachen, der das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten aufhalten soll.

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