Cité Soleil, der Name heißt übersetzt „Sonnenstadt“. Zwar ein sehr schöner Name, aber für eine der hässlichsten, gefährlichsten und ärmsten Gegend der Welt klingt er fast schon zynisch. Haiti ist wohl das am meisten gebeutelte Land des Westens. Cité Soleil ist eine ehemalige Arbeitersiedlung und in ihr hausen etwa 300.000 Menschen, meistens in Blechbuden und ohne Job. Wirbelstürme fegten über sie, das Beben am 12. Januar 2010 traf die Stadt mit voller Wucht und jetzt hat sich auch noch ein neuer, unsichtbarer Feind eingeschlichen: Die Cholera.

Zuerst waren die Gerüchte da, dann kamen die Bakterien. Die Meldung der ersten Fälle ließ nicht lange auf sich warten und schließlich auch Todesfälle – das alles drei Wochen nach Ausbruch der Epidemie im Norden von Port-au-Prince. Die Sonnenstadt hat sich zu einer Schattenstadt gewandelt, die Bilder aus der Stadt erinnern an die Plagen im Mittelalter. Es gibt trotz zahlreicher Spenden für Haiti und internationaler Helfer zu wenig Latrinen, Waschmöglichkeiten, Trinkwasser und Krankenhäuser.

In der Bevölkerung fehlt Wissen

Unter der Bevölkerung fehlt Wissen. Eigentlich ist die Krankheit gut zu behandeln und die Heilungschancen sind relativ hoch, aber die befallenen Patienten gehen oft zu spät zum Arzt. Sogar die Kinder werden von ihren Eltern meist erst dann zur Untersuchung gebracht, wenn es schon zu spät ist. Die Cholera breitet sich in grausamer Geschwindigkeit aus. Mehr als 14.000 Haitianer sind bereits infiziert, fast Tausend gestorben. Die Hoffnung auf ein Abflauen der Epidemie ist gering. Überleben tun nur diejenigen, die rechtzeitig die Behandlungsstation erreichen und Antibiotika und Flüssigkeit über einen Tropf bekommen.

Behörden versuchen aufzuklären

Mit Durchsagen und Zettel versuchen die Behörden die Bevölkerung wenigsten ein bisschen aufzuklären, in der Hoffnung das sich möglichst viele an die Ratschläge und Aufforderungen halten: Bei Symptomen Mediziner aufsuchen! Hände waschen! Wasser abkochen!

Foto: Pétur Ásgeirsson – Fotolia.com

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