In den Straßen von Neapel türmt sich weiter der Müll, da Bürgerproteste gegen die Müllentsorgung in der Region die Beseitigung der Abfälle verhindern. Am Montag lagen in den Straßen der süditalienischen Metropole noch immer rund 2200 Tonnen Müll, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa. Ein Protestmarsch in Giugliano nahe Neapel habe die Arbeit der Müllabfuhr erheblich behindert.
Mit der Demonstration wollten die Bürger von Giugliano sich gegen das Abladen weiterer Abfällen auf die Deponie von Raverna del Re wehren. Während der Proteste wurde bei einem Zusammenstoß mit der Polizei ein Demonstrant im Gesicht verletzt. In Neapel und der Umgebung musste die Feuerwehr in der Nacht zum Montag 40 Mal ausrücken, um brennende Müllcontainer zu löschen.
Das Anhalten der Müllkrise bedeutet eine Niederlage für Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der am vergangenen Donnerstag versprochen hatte, “innerhalb von drei Tagen” Neapel vom Müll zu befreien. Am Freitag hatte er bei einem Besuch in der Region zudem gesagt, er habe sich mit den Bürgermeister der betroffenen Gemeinden auf eine Lösung für das Müllproblem geeinigt.
Insbesondere kündigte Berlusconi an, dass eine in der Ortschaft Terzigno geplante zweite Deponie nicht gebaut werde. Die Pläne zur Eröffnung einer zweiten Deponie in dem Ort, in dem die Anwohner bereits die Schließung der bestehenden Einrichtung fordern, hatte in den vergangenen zwei Wochen für heftige Proteste und gewaltsame Ausschreitungen gesorgt.